Neuer Aufbruch für den Tourismus in Altmühlfranken – Ganzjahrestourismus und Dialog mit den Bürgern

Bericht vom Fachgespräch Tourismus am 13. September

Im Rahmen des Entwicklungsprozesses Altmühlfranken 2030 erörterten rund 40 Touristik-Vertreter am 13. September in Bergen touristische Zukunftsfragen für die beiden Destinationen „Fränkisches Seenland“ und „Naturpark Altmühltal“ sowie für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen insgesamt.

Die Teilnehmenden diskutierten schwerpunktmäßig über die Möglichkeiten der dringend notwendigen Saisonverlängerung, ein aktives Produktmanagement und einen intensiven Bürgerdialog.

Einstieg in den Austausch war die zunehmende Veränderung der touristischen Angebotsstruktur, die sowohl im Seenland als auch im Altmühltal bereits deutlich spürbar ist und zu der auch Corona einen gewissen Teil beigetragen hat. Manche Gaststätte musste bereits komplett schließen, andere haben die Öffnungszeiten oder das Angebot reduziert. Oft ist fehlendes Personal die Ursache. Auch für die Schaffung attraktiverer Arbeitsplätze im Tourismusbereich wäre eine Saisonverlängerung wichtig, um das Personal nicht nur in der Saison, sondern ganzjährig beschäftigen zu können.
Im Seeland geben zunehmend mehr Privatvermieter ihren Betrieb auf. Gründe liegen hier in zunehmender Berufstätigkeit der Frauen sowie der mangelnden Bereitschaft nachfolgender Generationen, die vor allem in den Sommermonaten und am Wochenende erforderliche Betreuung der Unterkünfte zu übernehmen. Es gibt aber nicht nur rückläufige Entwicklungen, sondern auch positive Beispiele für neue, zukunftsorientierte Angebote. So steht beispielsweise ein Chalet-Dorf in Büchelberg kurz vor der Eröffnung.

Ein Teilnehmer erinnerte an die frühere Seenberatungsstelle, die Vermieter während der Entstehung des Fränkischen Seenlands beraten hatte. Ein ähnliches Angebot wäre auch heute wieder hilfreich, um Vermieter bei Umbau und Modernisierung zu unterstützen und damit den weiteren Rückgang des Unterkunftsangebots zu stoppen.

Sorgen bereitet den Leistungsträgern die zunehmende Kritik am Tourismus. Es entsteht der Eindruck, dass die Akzeptanz dafür in der einheimischen Bevölkerung schwindet. In Treuchtlingen regt sich zum Beispiel seit kurzem Widerstand beim Ausbau des Aktivtourismus. Die Runde war sich einig, dass es wichtig ist, die Bürger mitzunehmen und sie vom Tourismus zu überzeugen. Denn eigentlich profitieren die Einheimischen sowie insbesondere auch die Jugend im Landkreis vom Tourismus und haben dank eines vielfältigen Freizeitangebots letztendlich eine höhere Lebensqualität. Der Dialog mit der Bevölkerung vor Ort sei immens wichtig. Diesen Gedanken will auch der Tourismusverband Fränkisches Seenland nun aufgreifen und das Innenmarketing forcieren. Außerdem planen mehrere Betriebe Ende September rund um die Seen einen Tag der offenen Tür und ein Tourismus-Stammtisch soll eingerichtet werden, der regelmäßig stattfinden soll. Ein abschließender Vorschlag betrifft die Touristiker in den einzelnen Gemeinden, die sich über eine Art Plattform stärker vernetzen könnten, um die örtliche Produktentwicklung abzustimmen. Insgesamt wurde klar, dass ein stärkerer Zusammenhalt der Tourismusbranche in der Region unabdingbar ist. „Für einen stärkeren Zusammenhalt und einen künftig noch besseren Austausch innerhalb der Tourismusbranche, die in unserer Region für viele Menschen ein wichtiges Standbein ist, haben wir heute eine erste gute Basis gelegt,“ fasste Landrat Manuel Westphal das Ergebnis des Treffens zusammen.

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