Bericht vom Fachgespräch Landwirtschaft von Dieter Popp

Bericht Fachveranstaltung Landwirtschaft

Im Rahmen des Regionalentwicklungsprozess Altmühlfranken 2030 haben sich in Wachstein auf Einladung von Landrat Manuel Westphal eine große Anzahl von Bäuerinnen und Bauern zusammengefunden, um über gesellschaftliche Herausforderungen zu sprechen und dafür zukunftsfähige Lösungsansätze für die unmittelbare Region aufzuzeigen.

Nach Impulsbeiträgen von Dieter Popp (FUTOUR Regionalberatung aus Haundorf), Norbert Bleisteiner (Fachzentrum für Energie & Landtechnik, Triesdorf) und Rudolf Bühler (Mitbegründer und Vorstand der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall) haben die Akteure aus den unterschiedlichen Teilregionen Altmühlfrankens eigene Ideen entwickelt, um mit gemeinsamen Kooperationsansätzen eigenverantwortliche Beiträge zum Strategieprozess Altmühlfranken 2030 beizusteuern.

Einen breiten Raum nahm – motiviert durch die Vorstellung der Erfolge der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall – die Projektidee ein, auch hier in Altmühlfranken eine eigenständige Regionalmarke aufzubauen, um zum einen den bereits vorhandenen Regionalinitiativen weitere Absatzmärkte zu erschließen und jenen Betrieben, die ihre land- wirtschaftlichen Erzeugnisse heute noch unverarbeitet auf den Markt bringen, neue und einkommensstärkere Optionen einer Regionalvermarktung zu bieten. Es war allen Beteiligten klar, dass dieser Schritt nur mit den handwerklichen Verarbeitungsbetrieben der Region gemeinsam in Angriff genommen werden kann. Für einen solchen umfassenden Schritt wurde aber auch durch die Anregungen der Impulsreferate die notwendige Motivation geliefert, diese nicht einfache aber sehr erfolgversprechende Projektidee mit konkret interessierten Akteuren anzugehen. Dies wird daher auch mit Sicherheit eine der Ideen sein, die Eingang in die abschließende Zukunftskonferenz des Strategieprozesses am 01.10. finden wird.
Rudolf Bühler motivierte zusätzlich die Anwesenden, die sehr starke Nachfrage nach regional verankerten Bioprodukten im Bereich der Vermarktung von Fleischerzeugnissen zu nutzen. Die ja immerhin in der unmittelbaren Nachbarschaft in Hohenlohe-Franken liegende Erzeugergemeinschaft ist stark an langjährigen vertraglichen Vereinbarungen zu festgelegten hohen Garantiepreisen für Schweine interessiert. Es gibt bereits jetzt Betriebe aus den benachbarten fränkischen Regionen, die in dieses Netzwerk von über 1.500 Erzeugern eingebunden sind.

Norbert Bleisteiner wies auf das immer gravierender auftretende Problem vieler Tierhaltungsbetriebe hin, die für die junge „Genration Z“ mit ihren hohen Ansprüchen an eine umfassende Life-Work-Balance kaum noch Interesse an der arbeitszeitintensiven Tierhaltung zeigen. Hier ergeben sich eventuell neue Projektansätze z.B. in einer kooperativ auf- gebauten extensiven Weidehaltung mit großen – ggf. auch zusammen gelegten – Flächen, die möglicherweise im Ganzjahresweidebetrieb für eine größere Gruppe von interessierten Landwirten gemeinsam betrieben werden könnten. Hier bietet sich z.B. auch eine interessante Koppelung zu dem neuen Projektansatz „Altmühltaler Weiderind“, das auf den gesamten Landkreis ausgeweitet wurde.

Eine zentrale Rolle nahm in der Diskussion auch die Frage ein, wie die Landwirte der Region in einen echten und konstruktiven Dialog mit den Konsumenten eintreten können. Denn nach wie vor herrscht in der heutigen Freizeitgesellschaft eine zunehmend obskurere Vorstellung vom Landleben und den Rahmenbedingungen vor, unter denen die Landwirte arbeiten und dabei wichtige Dienstleistungen für die Gesellschaft erbringen sollen. Es bestand weitgehend Übereinstimmung darüber, dass ein solcher Zukunftsdialog sinnvoll ist und konkret auch für Altmühlfranken angestrebt werden sollte. Allerdings bestanden noch erhebliche Unklarheiten, wie ein solcher dauerhafter Mitwirkungsprozess initiiert und konkret umgesetzt werden kann. Es überwog aber der Wille, auch einen solchen Prozess in die Zukunftskonferenz einzubringen.

Landrat Westphal ermunterte alle Akteure den Altmühlfranken 2030 Prozess noch zur Formulierung ggf. weiterer Anregungen und Ideen für die Landwirtschaft zu nutzen. Es wird von Vorteil sein, wenn sich in der anstehenden Zukunftskonferenz am 01.10. neben Industrie und Handwerk, auch gesellschaftlich relevante Gruppen aus den unterschiedlichsten Bereichen sowie auch Landwirte mit innovativen Projektideen einbringen und dabei die Landwirtschaft als Teil eines aktiven sowie zukunftsorientierten Altmühlfrankens positionieren.

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