Von Startup bis Standort – Wirtschaftsdialog formuliert Ansätze für die Attraktivität von Altmühlfranken

Ein Startup-Hub für mehr Gründergeist, die Etablierung der Fachrichtung Informatik im Bildungswesen, die Fortführung des Breitbandausbaus und ein klimaneutraler Weg zum Arbeitsplatz sowie das Leben und Arbeiten in der Natur als Besonderheit. „Unser Wirtschaftsdialog war ein voller Erfolg“, freute sich Landrat Manuel Westphal und hob die interessanten Ansatzpunkte hervor, die am 21. Juli von rund 30 Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft im Kunstoffcampus Bayern formuliert wurden, um die Wirtschaft im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen als zentralen Entwicklungsfaktor weiter zu entwickeln.

Ausgehend von dem IHK-Leitbildprozess von 2007, der damals im Rahmen der Metropolregion Nürnberg erarbeitet worden ist, und dem darauf folgenden Regionalen Handlungskonzept aus dem Jahr 2009 wurde gleich zu Beginn der Blick in die wirtschaftliche Zukunft der Region gerichtet. Für Altmühlfranken liegen die Chancen vor allem in der Digitalisierung und im hohen Freizeitwert, wodurch man attraktiv für junge Menschen und Zuzügler beispielsweise aus dem oberbayerischen Raum wird, wurde eingeschätzt.

Auch die vermeintlichen „Nachteile“ gegenüber der Großstadt schwinden immer mehr. Jedoch bestehe noch Bedarf an Wohnungen, etwa in Gunzenhausen, und auch beim schnellen Internetanschluss und beim ÖPNV gebe es noch deutliche Unterschiede zwischen den Gemeinden. Zwei Gründer, die Ladestationen für Elektroautos herstellen, verwiesen auf den Bedarf an Coworking Spaces bzw. einen bezahlbaren Platz für das moderne Arbeiten. Dieser Aspekt wurde dann in einer von vier Arbeitsgruppen näher diskutiert. Gebraucht wird ein „Altmühlfranken-HUB“, ein Knotenpunkt mit Kommunikations- und Arbeitsmöglichkeiten, wo Ausbildung, Start-ups und die etablierten Unternehmen im Bereich Zukunftstechnologien vernetzt sind und Neues entstehen kann. „Als ersten Schritt möchten wir eine Exkursion unternehmen, um von anderen Projekten lernen zu können“, wurde vorgeschlagen.

In der zweiten Arbeitsgruppe ging es um das Thema Schulen und Ausbildung. Um zu verhindern, dass junge Menschen nicht nach Nürnberg oder Schwabach abwandern, soll die Berufsausbildung in Weißenburg durch eine Fachrichtung „Informatik und Softwareentwicklung“ ergänzt werden.

Große Bedeutung für die Wirtschaft haben die Entwicklung des Standorts und die Infrastruktur. In der dritten Gruppe wurde daher die Breitbandversorgung und die Ladeinfrastruktur für Elektroautos und -fahrräder genauer unter die Lupe genommen. Interessant ist hier der Ansatz, E-Bikes stärker einzusetzen, auch um klimaneutral zur Arbeit zu gelangen. Aktuell ist für den Landkreis ein Radverkehrskonzept in Vorbereitung. Diskutiert wurde auch über die Möglichkeit, zukünftig den ÖPNV oder alternative Mobilitätskonzepte stärker als Pendelmöglichkeit zum Arbeitsplatz einzusetzen. Nach wie vor wichtig halten die Teilnehmer den vierspurigen Ausbau der B 2 von Roth bis Donauwörth und den Ausbau der B 13 nach Ansbach und Ingolstadt.

Kein Atomkraftwerk, keine Autobahn – dafür aber eine gute Verkehrsan- und Zugverbindung. Seen, Berge, Freizeiteinrichtungen, Kultur und Geschichte. Überschaubare Strukturen und mittendrin. Viele Stichpunkte wurden in der vierten Gruppe gesammelt, die beschreiben können, warum es hier „attraktiv zu leben“ ist. Bei der Wertschätzung der eigenen Region gibt es aber noch Nachholbedarf, hoben zwei Unternehmer hervor, die von auswärts kommen. Der Vorschlag hier: Der Landkreis sollte sich endlich in „Altmühlfranken“ umbenennen.

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