Die Zukunft des Ehrenamtes in Altmühlfranken: Wo soll es hingehen? – Vierter Zukunftstalk

Für viele Vereine wir es immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden. Denn heutzutage überlegen sich die Menschen sehr genau, was sie zu leisten bereit sind und ob dies mit ehrenamtlichen Funktionen vereinbar ist. Beim vierten Zukunftstalk am 19. Juli im Rahmen des Zukunftsprozesses Altmühlfranken 2030 wurde von 31 Teilnehmern diskutiert, wie Ehrenamt in Zukunft und im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen möglich ist. „Denn ohne Ehrenamt funktioniert unsere Gesellschaft nicht“, ist sich Landrat Manuel Westphal sicher.
 
Eine wichtige Funktion im Landkreis übernimmt dabei die Freiwilligenagentur Altmühlfranken, die Anfang des Jahres neu besetzt wurde und zu Anfang der Diskussionsrunde kurz vorgestellt wurde. Die beiden Mitarbeiterinnen unterstützen Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und stehen Vereinen, Verbänden und Kommunen bei allen Fragen zum Ehrenamt zur Verfügung. Außerdem konzipieren sie eigene Projekte. Weil die Vereine heutzutage aber auch vor neuen Herausforderungen wie z. B. Datenschutz, Haftung etc. stehen, wurde als Zukunftsidee eine Plattform ins Spiel gebracht, auf der wichtige Informationen gebündelt und ein gegenseitiger Austausch ermöglicht werden können. „Für viele Probleme gibt es schon gute Beispiele auch in unserer Region, von denen man lernen kann“, wurde hierzu erläutert. Auch ein Vereinsberater bzw. eine Art „Mentorenprogramm“ könnten hilfreich sein.

In Bezug auf Weiterbildungen sprach sich ein Teilnehmer für Veranstaltungen aus, die am besten in der Region stattfinden, damit keine unnötigen Fahrt- und Übernachtungskosten etwa nach München anfallen. Ausdrücklich gewünscht wurden Veranstaltungen, die online durchgeführt werden, weil das technisch mittlerweile recht gut funktioniert und für die Interessierten einfach praktisch ist. Ergänzend wurde eine Online-Expertenrunde genannt. Um mehr Menschen im Landkreis zu erreichen, könnte zudem eine App entwickelt werden, lautete ein weiterer Vorschlag. Außerdem sollte in der Presse mehr über das Ehrenamt und die Vereine berichtet und eine Broschüre mit einem Vereinsverzeichnis aufgelegt werden. Insgesamt wurde geschätzt, dass es über 1.000 Vereine und Gruppierungen im Landkreis gibt.

Als wesentlich wurde die Kinder- und Jugendarbeit gesehen, wie sie beispielsweise bei den Feuerwehren oder Schützenvereinen praktiziert wird, und man sollte versuchen, „junge Leute möglichst früh in Führungspositionen zu bekommen“, wurde gesagt. Von den Schützenvereinen wird aktuell auch ein neues Ehrenamtskonzept erarbeitet, konnte ein Vorstandsvorsitzender berichten. Positiv hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang die Jugendleiterausbildung im Landkreis. Als Anregung wurde aufgenommen, verstärkt in den Schulen und in der Azubi-Werkstatt für das Ehrenamt zu werben. Allerdings sind die Menschen nicht mehr ihr ganzes Leben einem Verein treu und ändern ihre Interessen.

In Bezug auf die Wertschätzung und Anerkennung wurde auf die Bayerische Ehrenamtskarte verwiesen, mit der die Ehrenamtlichen Vergünstigungen und Rabatte bei verschiedenen Unternehmen oder kommunalen Einrichtungen erhalten. Weniger bekannt sei hingegen der Ehrenamtsnachweis Bayern, der bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz vorgelegt werden kann. Speziell für die Ehrenamtlichen in Altmühlfranken gibt es zusätzlich vierteljährliche Verlosungsaktionen. Auf der örtlichen Ebene werden u.a. Ehrenamtsabende durchgeführt. „Geld ist aber nicht das entscheidende Motiv, um sich zu engagieren“, war eine abschließende Meinung und zwei Senioren- und Wohnberater konnten anschaulich über ihre Freude berichten, im Rahmen ihrer Informationsveranstaltungen anderen helfen zu können.

Schlagwörter
Menü